Psychologische Wirkungsweisen von Biofeedbacktraining

(für Fachleute und interessierte Laien)

Der Psychologe und Verhaltenstherapeut Prof. Dr. Kropp vom Institut der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie der Universität Rostock fasste die Ergebnisse mehrerer Studien zur Wirksamkeit des Biofeedback 2010 in einem Artikel einer deutschen Schmerzgesellschaft zusammen und benennt die psychologischen Wirkungsweisen von Biofeedbacktraining im Einzelnen:

 

  1. Regelkreisprinzip: Veränderung der internen Regelgröße (z.B. Erregung) durch externe Rückmeldungen (Feedback)

  2. Klassische Konditionierung: Aufbau einer Assoziation zwischen dem Rückmeldesignal und der zu konditionierenden Funktion → noch unbewusst stellt der Patient die Verbindung zwischen Feedback und Körperfunktion her, und beginnt diese Funktionen dem Feedbacksignal folgend zu steuern.

  3. Operante Konditionierung: Durch „Versuch und Irrtum“ erreicht der Patient belohnende Verstärkung, positive Verstärkung durch Belohnung beim Erreichen eines Kriteriums bzw. beim willentlichen Entfernen eines unangenehmen Zustandes. Die Auftretenswahrscheinlichkeit der erwünschten Reaktion wird erhöht.

  4. Physiologische Reaktionskontrolle: Verbesserung bzw. Angleichung der Interozeption an physiologisch „wünschenswertere“ Zustände

  5. Kognitive Vermittlung: Aufbau von Selbstkontrolle und wahrgenommener Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Der Patient wird sich bewusst, dass er die Funktionen beeinflussen kann, und nicht 'Sklave' seines Körpers ist.