Biofeedback-Therapie als optimiertes allgemeines Entspannungstraining

Stressbewältigung und Burn-out-Behandlung

Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien konnte zeigen, dass die Biofeedback-Therapie für das Erlernen einer allgemeinen Entspannungs- und Stressmanagement-Fähigkeit außerordentlich gut wirksam ist. Biofeedback ist deshalb auch gerade bei der Psychotherapie von Burn-out betroffenen Menschen sinnvoll und kann einen entscheidenden Beitrag zur Burn-out-(Rückfall-)Prophylaxe leisten.

 

Viele Patienten berichten uns, dass sie unsicher waren, ob sie die in z.B. Kursen erlernte Entspannungstechnik wirklich beherrschen. Sie sind sich nicht sicher, ob sie durch die Anwendung von Progressiver Muskelentspannung (nach Jacobson) wirklich ihre Muskeln tief entspannen können. Andere wiederum zweifeln an ihrer Fähigkeit, die Arme und Beine durch das Autogene Training (nach Schulz) wirklich erwärmen zu können. Manchen Patienten fehlt nahezu völlig der Zugang zum eigenen Körperempfinden und sie haben daher Misserfolge in Entspannungskursen erfahren. Durch die angebotene Biofeedback-Behandlung lernen Sie aber in überzeugender Weise, sich Schritt für Schritt besser selbst in Ihren Körpersensationen wahrnehmen und dann nachvollziehbar entspannen zu können. Durch dieses Erleben können Sie nicht nur Ihr Wohlbefinden, Ihre Leistungsfähigkeit und Ihre Gesundheit steigern, sondern auch Erkrankungen wirkungsvoll vorbeugen oder Störungsbilder wie Tinnitus, Reizdarm, Bluthochdruck, Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen usw. bewältigen oder sogar abbauen. Eine die Entspannungsfähigkeit optimierende Biofeedback-Behandlung ist auch ein wirksamer Psychotherapie-Bestandteil für Patienten mit Angststörungen oder Depressionen.

 

Um mögliche organische Ursachen ausschließen zu können, sind diese von Ihrem Arzt vor Beginn der Biofeedback-Therapie abzuklären!

 

 

Abläufe von Biofeedback-Behandlungen zum allgemeinen Entspannungstraining für Stressbewältigung und Burn-out-Therapie


Sympathikusreduktions-Training:

An einem Finger wird mit einer Multisensor-Manschette der elektrische Leitwert der Haut gemessen während Sie in einem bequemen Entspannungssessel sitzen. Der ermittelte Hautwiderstand stellt ein relatives Maß für die Schweißdrüsenaktivität und damit für die innere Anspannung bzw. Stressaktivität des sympathischen Nervensystems dar. Je feuchter die Haut des Finges der gemessenen Hand, desto größer der Messwert. Der veränderbare Grad Ihrer psychischen Erregung wirkt sich unmittelbar auf Ihren Hautwiderstand (sog. 'Psychogalvanischen Reflex'.) aus und wird anhand eines Kurvenverlaufes auf dem Monitor sichtbar. Schon leichteste Belastungsimpulse durch pessimistische Gedanken, negative Gefühle oder problematische Erinnerungen lassen durch Schweißproduktion die Kurve ansteigen. Hingegen geistige und körperliche Entspannung lassen durch die gesenkte Schweißproduktion die Kurve unmittelbar abfallen. Entspannung fördernde Filme und Musik unterstützen das Sympathikus-Senkungs-Training. Sie können darüber hinaus auch als Zielschwellen eingerichtet werden, d.h. sowohl der Naturfilm als auch die Entspannungsmusik beginnen erst zu laufen, wenn eine vorher benannte Entspannungsschwelle erreicht wird. Das Ansehen des Filmes oder das Hören der Musik ist dann eine Art Belohnung des absolvierten Schrittes der Entspannung und fördert den Senkungsprozess des Sympathikus (sog. 'operante Konditionierung'):

 

 

 

Bauchatemtraining:
Sie sitzen in einem bequemen Entspannungssessel und blicken auf einen Bildschirm. Ihre Bauchatmung wird ohne Berührung Ihres Körpers mit Hilfe eines Infrarotsensors gemessen und an dem Bildschirm in Form einer Linie dargestellt. Wenn Sie einatmen, steigt die Linie, wenn Sie ausatmen, fällt die Linie ab. Ihre Aufgabe ist es nun, diese entstandenen Wellen in ihrer Ausprägung zu vergrößern und besonders beim Ausatmen langsam länger abwärts gleiten zu lassen. Dadurch lernen Sie indirekt, wie Ihre Atmung tiefer und die Ausatmung besonders betont wird. Mithilfe dieser so erlernbaren Atemtechnik können Sie immer tiefer willentlich entspannen und Ihren Körper und Geist - wann immer Sie es brauchen - in vollkommene Ruhe bringen. Das biologische Feedback hilft Ihnen dabei, den richtigen Atemrhythmus zu finden:

 

 

 

Handerwärmungstraining:
Sie sitzen in einem bequemen Entspannungssessel und blicken auf einen Bildschirm. Durch das Handerwärmungstraining lernen Sie, über die willentlich nach und nach herbeigeführte Steigerung der Durchblutung Ihrer Hände Ihr Herz-Kreislauf-System zu beruhigen. Über einen Temperatursensor an einem Ihrer Finger wird die Temperatur gemessen und Ihnen an dem Bildschirm z.B. in Form eines farbigen "Regenbogenweges" rückgemeldet (von dunkelblauen über grünen und gelben  bis dunkelroten Teilstrecken mit Bögen). Je wärmer Ihre Hand wird (in Richtung roter Bereich), umso besser ist die Durchblutung, die Ihre verbesserte Entspannung anzeigt. Verschiedene Strategien (z.B. durch die Vorstellung Ihrer Hände vor einem angenehmen Kaminfeuer oder durch die Wärme-Suggestionen des autogenen Trainings „Meine Arme und Hände werden warm - angenehm warm.") helfen dabei. Das Feedback zeigt Ihnen unmittelbar an, wie effektiv Ihre ausprobierten einzelnen Strategien für Sie sind:

 

 

Herzratenvariabilitäts-Training (auch RSA-Training genannt):
Ein gesundes Herz schlägt unregelmäßig. Es bestehen kleine - üblicher Weise nicht spürbare - Veränderungen des Herzschlages in Anpassung an den Atemrhythmus: Beim Einatmen schlägt das Herz etwas schneller und beim Ausatmen etwas langsamer. Diese natürliche Schwankung des Pulses heißt "Respiratorische Sinusarrhythmie" ('RSA') und der Grad dieser RSA heißt wiederum "Herzratenvariabilität" ('HRV'). Eine ausgeprägte Herzratenvariabilität steht nachweislich in engem Zusammenhang mit diversen Gesundungsprozessen: Reduzierung stressabhängiger funktioneller Störungen wie Bluthochdruck, chronische Erschöpfung oder Asthma-Symptomatik, Steigerung von Gelassenheit, Verbesserung  physischer wie psychischer Höchstleistungsfähigkeit und Abbau von sowohl Depressionen als auch Ängsten. Bei diesem Herzratenvariabilitäts-Training lernen Sie, Ihre bildlich dargestellte Atmemkurve und Ihre Pulskurve anzugleichen. Die Rückmeldung Ihrer  Bauchatmung und Pulsfrequenz am Bildschirm hilft Ihnen dabei, den richtigen Rhythmus zu finden. Je ausgeprägter und ruhiger der Rhythmus Ihrer Bauchatmung dabei wird, umso größer sind die gesunden Schwankungen Ihrer Pulsfrequenz. Sie können daher lernen Ihre Herzratenvariabilität über Biofeedback-Therapie zu erhöhen und Ihre allgemeine Stressbewältigungskompetenz zu verbessern. Je ausgeprägter diese Pulsfrequenz-Schwankungen durch Ihr Training werden, desto entspannter sowie gelassener werden Sie und nimmt Ihr allgemeines Wohlbefinden zu: