Gruppentherapie

 

Um das psychotherapeutische Behandlungsangebot für meine Patienten und Patientinnen aus früheren oder aus laufenden Therapien zu vervollkommnen, biete ich ihnen bei gegebener Indikation ergänzend die Teilnahme an einer wöchendlichen Gruppentherapie in meiner Praxis an. Grundsätzlich lehnt sich mein therapeutisches Vorgehen hierbei an die Erkenntnisse der Forschung und klinischen Erfahrungen von Prof. Irvin D. Yalom an und integriert schematherapeutische Elemente aus der Forschung und klinischen Erfahrung von Dr. Jeffrey Young. Es handelt sich hierbei um ein Zusammenwirken tiefenpsychologisch fundierter und verhaltenstherapeutischer Prozesse zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung (in Gruppen). Hauptziele hierbei sind ein sogenanntes "Limited Reparenting" (eine Art begrenzte korrigierende und heilsame herzliche Nachbeelterung sowie kompensatorischer Familienersatz) und die Stärkung sowie Stabilisierung des Selbstwertgefühls.

 

Allgemeine Informationen zu Vorteilen der Gruppenpsychotherapie (nach Yalom)

In der Gruppentherapie findet die Behandlung nicht wie in der Einzeltherapie im direkten 1:1-Kontakt mit dem Psychotherapeuten statt, sondern in einer Gruppe Gleichgesinnter – aber unter der Leitung des Therapeuten. Die Gruppe kommt regelmäßig (i.d.R. einmal wöchentlich) zusammen, um miteinander an Problemen und damit an sich selbst zu arbeiten. Zweck dieser Arbeit ist es, sich selbst, seine Beschwerden, seine Verhaltensweisen, Reaktionen, Gefühle etc. in Beziehung zu anderen näher kennen zu lernen, zu reflektieren und ggf. zu verändern/zu erweitern. Dies geschieht in der Gruppentherapie durch das Gespräch miteinander.

 

Außer dem Gespräch über bestimmte Probleme, Konflikte, Verhaltensweisen, Symptome etc., welche im Alltag des Einzelnen auftreten, wird vor allem auch über das gesprochen, was in den Beziehungen innerhalb der Gruppe geschieht, sodass hier die Möglichkeit für Rückmeldungen („Feedback") und einen lebendigen Austausch besteht. Es können auch Rollenspiele und Video-Feedback zum Einsatz kommen, die Gelegenheit bieten, die eigenen Verhaltensweisen in bestimmten Situationen zu analysieren und alternative Verhaltensweisen zu erlernen. Hierdurch hat die Gruppentherapie wissenschaftlich nachgewiesen vielfältige positive Effekte, z. B.:

 

  • Verbesserung des Verständnisses der eigenen Symptome und Beschwerden
  • Erweiterung des Repertoires an Konflikt- und Problemlösungsstrategien
  • Verbesserung des Verständnisses für sich selbst
  • Erweiterung des Selbstbildes durch Feedback aus der Gruppe
  • Verbesserung der Selbstannahme
  • Erweiterung der emotionalen Erlebnismöglichkeiten
  • Verbesserung der Regulationsmöglichkeiten des eigenen Befindens
  • Verbesserung des Einfühlungsvermögens in andere
  • Verbesserung der Fähigkeit, im Team zu arbeiten
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und Steigerung der Fähigkeit, sich mit anderen auseinander zu setzen
  • Die Gruppe kann als Gegengewicht zu den engen verstrickten Beziehungen innerhalb der Partnerschaft / Familie erlebt werden und die angemessene Abgrenzung fördern.
  • Patienten unterstützen sich am effektivsten gegenseitig beim Abbau ihres Vermeidungsverhaltens.
  • Gruppenpsychotherapie verbessert allgemein die emotionale Intelligenz.
  • Selbstheilungskräfte werden leichter mobilisiert, wenn Patienten erkennen, dass auch andere Menschen ähnliche Probleme haben wie sie selbst.
Dr. Axel Schildt

In den Gruppensitzungen werden vor allem aktuelle Probleme benannt und Prozesse bewusst gemacht und dadurch einer gezielten Bearbeitung zugänglich. Der besondere Vorteil der Gruppen- gegenüber der Einzeltherapie besteht darin, dass neben der Rückmeldung durch den Therapeuten zusätzliche Wahrnehmungen, Empfindungen und Deutungen der Gruppenmitglieder zur Verfügung gestellt werden. Durch die Bewusstmachung der eigenen Gedanken und Gefühle sowie damit auch der unbewussten und automatischen psychischen Vorgänge, die zu Störungen oder Erkrankung geführt haben, bilden sich Lösungsmöglichkeiten und Neubewertungen der entsprechenden Erlebnisse und Lebenssituationen. Es lässt sich somit im Allgemeinen eine Nachreifung der Persönlichkeit erreichen, sodass es am Ende zu „erwachsenerem" Denken und Handeln kommt.

  • Wenn man anderen in der Gruppe zuhört, lernt man, dass man ein Problem unterschiedlich beleuchten und angehen kann und nicht nur ein Weg zum Ziel führen muss.
  • Andere können Aufmunterung und emotionale Unterstützung leisten; dies gibt dann ein Gefühl von Hoffnung und dem Erlebnis "wir sitzen alle im gleichen Boot".
  • Die soziale Unterstützung durch die Gruppe ist wesentlich höher als in der Einzeltherapie (man fühlt sich in der Gruppe in der Regel nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut aufgehoben).
  • Das Feedback der Gruppenteilnehmer wird authentischer oder glaubwürdiger erlebt als das "professionelle Feedback" des Therapeuten in der Einzeltherapie, und ist damit besonders wirksam.
  • In der Gruppe gibt es mehr direkte Möglichkeiten, sich mit unterschiedlichen Menschentypen auseinander zu setzen. Das Erlernen zwischenmenschlicher Fertigkeiten geht in der Regel schneller als in der Einzeltherapie.
  • Der Ideenreichtum für Lösungsstrategien oder für das Verständnis von Beweggründen für bestimmte Verhaltensweisen ist auf Grund der Verschiedenheit der Teilnehmer größer als in der Einzeltherapie.